Anspruch auf Entfernung einer Abmahnung aus der Personalakte

Im Falle von unberechtigten Abmahnungen hat der Arbeitnehmer  grundsätzlich das Recht, diese aus der Personalakte entfernen und  vernichten zu lassen. Wenn das Arbeitsverhältnis allerdings bereits  beendet ist, dann lehnen die Arbeitsgerichte regelmäßig einen solchen  Entfernungsanspruch ab.

 

Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, sich gegen eine solche  Abmahnung zu wehren. Er kann sich in einem späteren  Kündigungsschutzverfahren dennoch auf die Unwirksamkeit der damaligen  Abmahnung berufen. Ob ein Vorgehen gegen eine Abmahnung sinnvoll ist,  sollte man im Einzelfall entscheiden.

 

Reagieren kann der Arbeitnehmer durch:

 

- eine Gegendarstellung, die zur Personalakte zu nehmen ist (§ 83 Abs. 2 BetrVG);
 - eine Klage auf Entfernung der Abmahnung beim Arbeitsgericht;
 - oder durch einfache Hinnahme der Abmahnung. Hinweis: dies bedeutet nicht, dass man die Abmahnung für wirksam erachtet!

 

Moniert man nämlich die Abmahnung aus formalen Gründen oder auch  inhaltlicher Art, dann weist man unter Umständen den Arbeitgeber nur  darauf hin, wie er es das nächste Mal richtig macht. Da empfiehlt es  sich vielleicht eher, zum gegebenen Zeitpunkt die Abmahnung und damit  dann auch eine Kündigung zu Fall zu bringen. Letzten Endes jedoch sollte  man im Einzelfall überlegen, ob und wie gegen eine Abmahnung  vorgegangen werden sollte.

Dieser Artikel wurde Ihnen von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Volker Lehmann zur Verfügung gestellt: www.volkerlehmann.com