Kündigung von Schlecker erhalten - was tun?

Seit dem letzten Wochenende ist es nun leider soweit. Nach der nun aus den Medien seit geraumer Zeit schon bekannten Pleite von Schlecker hat der Insolvenzverwalter etwa 10.000 Kündigungen an betroffene Mitarbeiter ohne jegliche Abfindungsangebote verschickt. Nachdem nun bekanntlich auch die geplante Transfergesellschaft am Widerstand der FDP gescheitert ist, stehen zahlreiche Betroffene vor dem beruflichen Aus und sehen erst einmal keine Perspektive. Angesichts der Insolvenz besteht auch scheinbar keine Möglichkeit mehr zu einer Weiterbeschäftigung oder zumindest der Zahlung einer angemessenen Abfindung trotz teilweiser über 20-jähriger Betriebszugehörigkeit. Doch dies ist nur scheinbar so, tatsächlich bestehen hier durchaus noch rechliche Möglichkeiten.

Im Rahmen meiner arbeitsrechtlichen Tätigkeit konnte ich insoweit bereits einige dieser ausgesprochenen Kündigungen einer rechtlichen Prüfung unterziehen. Dabei ist aufgefallen, dass zahlreiche dieser Kündigungen nicht rechtswirksam sein dürften. In einigen Fällen ergibt sich dies schon daraus, dass der Betriebsrat von Schlecker vor Ausspruch der jeweiligen Kündigung nicht angehört wurde, im Übrigen wurde aber auch insbesondere eine ordnungsgemäße Sozialausahl keineswegs durchgeführt. Einige Mitabeiter hätten vor diesem Hintergrund nach meiner Auffassung auch in einer der noch nicht geschlossenen Filialen von Schlecker an Ihrem Wohnort oder in der Nähe vorrangig weiterbeschäftigt werden können und müssen.

Diese vorgenannten Gründe führen in der Regel zur Unwirksamkeit der Kündigung. Um dies rechtsverbindlich feststellen zu lassen, ist es allerdings unbedingt erforderlich, dass gerichtlich eine Kündigungsschutzklage spätestens innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitsgericht eingereicht wird, wobei entweder das Ziel einer Weiterbeschäfigung in einer anderen Schleckerfiliale oder aber anstelle dessen zumindest der Erhalt einer angemessenen Abfindung verfolgt wird. Zwingende Voraussetzung hierfür ist aber eben unbedingt die Einreichung der Kündigungsschutzklage, was wir derzeit für einige Betroffene schon vorbereiten. Bei Nichtbeachtung dieser dreiwöchigen Klagefrist wird die Kündigung anderenfalls trotz Rechtswidrigkeit wirksam, in diesem Fall würde der Betroffene dann tatsächlich alle seine Rechte im Zusammenhang mit der Kündigung verlieren.

Soweit also auch Sie zu den gekündigten Schlecker-Mitarbeitern gehören, sollten Sie nicht zögern und uns neben der erforderlichen Meldung beim Arbeitsamt umgehend kontaktieren, damit wir mit Ihnen unter Berücksichtigung Ihrer jeweils individuellen Situation und den Umständen der Kündigung weitere Möglichkeiten und die notwendige Einleitung des Kündigungsschutzverfahrens abstimmen können. Gern können Sie hierzu auch unkompliziert und zwecks schnellerer Abwicklung unser kostenfreies Formular unter www.online-kündigungsschutz.de nutzen und weitere Informationen vorab erhalten.