Recht auf Teilzeitarbeit

 

Viele Arbeitnehmerinnen und  Arbeitnehmer wünschen sich mehr Zeit für die Familie, Freunde, Hobbys oder für ehrenamtliches Engagement. Aber auch für Arbeitgeber bietet Teilzeitarbeit Vorteile:  Sie haben nicht nur zufriedene und damit motivierte Mitarbeiter, sondern können  auch flexibler auf unterschiedliches Arbeitsaufkommen reagieren. Immer mehr Unternehmen führen daher flexible Arbeitszeitmodelle ein. Entsprechend  wichtig ist es, die arbeitsrechtlichen Besonderheiten zu kennen.

 

Arbeitnehmer haben einen  gesetzlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit (§ 8 TzBfG), wenn

 
  • ihr Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht und
  • ihr Arbeitgeber in der Regel mehr als  15 Arbeitnehmer beschäftigt.
 

Der Arbeitnehmer muss den Wunsch auf Arbeitszeitverringerung und deren Umfang 3 Monate vorher gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen. Er muss hierfür weder Gründe angeben, noch  muss er den Antrag schriftlich stellen. Es ist jedoch ratsam, den Antrag zu Dokumentationszwecken schriftlich zu formulieren. In dem Antrag sollte  die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben werden.

 

Das Gesetz geht davon aus, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber zunächst über den Teilzeitwunsch  verhandeln und einvernehmlich zu einer Vereinbarung gelangen. Spätestens einen  Monat vor der Verringerung muss der Arbeitgeber seine Entscheidung schriftlich  mitteilen. Anderenfalls wird seine Zustimmung fingiert und die Arbeitszeit  verringert sich in dem gewünschten Umfang. 

 Lehnt der Arbeitgeber ab, muss der Arbeitnehmer seinen Anspruch gerichtlich geltend machen. Der Arbeitgeber kann den Teilzeitwunsch nur aus betrieblichen Gründen ablehnen. Dies sind etwa organisatorische Gründe, Gründe des Arbeitsablaufs und der Sicherheit  oder unverhältnismäßig hohe Kosten. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden,  dass der Arbeitgeber die Einstellung einer Ersatzkraft, durch deren  Einarbeitung und laufenden Schulungen zusätzliche Kosten entstehen, als betrieblichen  Grund entgegenhalten kann (Urteil v. 21.06.05, 9 AZR 409/04). Hingegen reichen lapidare Begründungen, keine Ersatzkraft finden zu können oder nur mit  Vollzeitkräften arbeiten zu wollen, nicht aus.

Sebastian Trabhardt