Anwaltskosten steuerlich absetzen

 

Guter Rat ist teuer, sagt der Volksmund. Das weiß auch das  Finanzamt und gewährt bei Ehescheidungen einen Steuernachlass bei  Einschaltung eines Rechtsanwalts. Ein Teil der Rechtsanwalts- und  Gerichtskosten kann nämlich als sog. außergewöhnliche Belastung nach §  33 EStG geltend gemacht werden.

 

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) können Kosten der  privaten Lebensführung, die der steuerlichen Person zwangsläufig  entstehen, eine außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG darstellen.  Die zumutbare Belastung beträgt je nach Familienstand, Steuerklasse und  der Zahl der Kinder ein bis sieben Prozent des Gesamtbetrages der  Einkünfte.

 

Zu den absetzbaren Kosten gehören Gerichtskosten und  Rechtsanwaltskosten, die bei Scheidungsverfahren mit  Versorgungsausgleich immer absetzbar sind - in  Umgangsrechtsstreitigkeiten im Einzelfall. Auch Mediationskosten, die zu  einer Ehescheidung geführt haben, können absetzbar sein.

 

Nicht berücksichtigungsfähig sind z. B. Unterhaltsverfahren  (Trennungsunterhalt, nachehelicher Unterhalt, Kindesunterhalt),  Zugewinnausgleich (Ausnahme bei Gutachterkosten) und Kosten einer  notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung.

 

Für Details und Rechtsprechungsnachweise sprechen Sie uns bitte an.

 

Tobias Zink, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Familienrecht
 Stuttgart, 22.11.2010

Tobias Zink, Rechtsanwalt aus Stuttgart, ist spezialisiert auf Familienrecht und bloggt regelmäßig auf http://www.ehescheidung-stuttgart.de. Auf Twitter schreibt er unter http://twitter.com/FamRZink