Bauträgervertrag


Für einen Bauträgervertrag spricht  vieles. Bauträger werben gern mit einem Festpreis, der alle Leistungen  von Aushub bis Fertigstellung des Hauses abdeckt. Oft werden zusätzlich Sonderleistungen für Außenarbeiten (Gartengestaltung) angeboten. Der Käufer muss nicht selbst mit den einzelnen Bauunternehmen verhandeln. Der  Bauträger kauft das Grundstück, sorgt für die Baugenehmigung und beauftragt  Architekt und Handwerker, der Käufer zahlt und zieht ein.

Doch so läuft es nur, wenn der Käufer einen wasserdichten Bauträgervertrag unterschrieben hat. Ansonsten drohen saftige  Nachforderungen des Bauträgers, welche schnell das finanzielle Konzept des  Bauherren sprengen können. Kurz nach dem Einzug entdecken die Hausbesitzer  zuweilen Mängel, weil keine vernünftige Abnahme stattgefunden hat. Wenn dann auch noch versucht wird sich um die Gewährleistung zu drücken ist das Disaster perfekt. Teilweise werden auch Fertigstellungstermine nicht eingehalten weil diese erst gar nicht in den Vertrag aufgenommen wurden.

All diese Probleme entstehen nicht, wenn  der Vertrag mit dem Bauträger sorgfältig ausgearbeitet und fachkundig  geprüft wird.

Worauf beim Bauträgervertrag zu achten ist:
 
  1. Bauträger:
    Sorgfältig aussuchen und nicht den erst Besten nehmen.
     
  2. Baubeschreibung
    Dieie Leistung muss textlich und zeichnerisch genau dargelegt werden.  Dies erfolgt in der Regel in einer separaten Urkunde, die  Baubeschreibung/Grundlagenurkunde genannt wird. Hierauf wird im  Bauträgervertrag Bezug genommen. Die Baubeschreibung enthält die genaue Art der Bebauung als Leistungsbeschreibung. Diese  sollte möglichst detailliert abgefasst sein. In der  Baubeschreibungsollte weiter geregelt sein: Die Erschließung und Erschließungsanlagen, Die Nutzung von Wegen oder Garagenflächen, Sonderleistungen.
     
  3. Sonderwünsche:
    Der Vertrag  sollte insoweit offen formuliert sein, damit diese auch noch während des Baus vereinbart werden können. .
     
  4. Fertigstellungstermin:
    Das Datum der Bezugsfertigkeit  sollte im Vertrag festgelegt sein, um die Planungssicherheit für den  Käufer zu gewährleisten. Im Regelfall  werden dann die Arbeiten an dem Haus vom Verkäufer noch nicht  vollständig fertig gestellt sein. Dafür kann ein Kaufpreiseinbehalt von  3,5 % der Kaufpreissumme einbehalten werden. 
     
  5. Festpreis:
    In einem Bauträgervertrag wird der Kaufpreis als Festpreis vereinbart. Das Bauherrnrisiko muss der Verkäufer tragen. Dieser sorgt auch für die Baugenehmigung.
     
  6. Raten nach Makler- und Bauträgerverordnung:
    Die Makler- und Bauträgerverordnung schreibt die Zahlungsbedingungen vor. Hierbei sind standardisiert 13 Raten  mit einem bestimmten Prozentsatz vorgegeben. Diese müssen vom Verkäufer  zu höchstens sieben Raten entsprechend dem Bauablauf zusam-mengefasst  werden.

    a) 30,0 % nach Beginn der Erdarbeiten
    b) 28,0 % nach Rohbaufertigstellung, einschließlich Zimmererarbeiten,
    c) 5,6 % für die Herstellung der Dachflächen und Dachrinnen,
    d) 2,1 % für die Rohinstallation der Heizungsanlagen,
    e) 2,1 % für die Rohinstallation der Sanitäranlagen,
    f) 2,1 % für die Rohinstallation der Elektroanlagen,
    g) 7,0 % für den Fenstereinbau, einschließlich der Verglasung,
    h) 4,2 % für den Innenputz, ausgenommen Beiputzarbeiten,
    i) 2,1 % für den Estrich,
    j) 2,8 % für die Fliesenarbeiten im Sanitärbereich,
    k) 8,4 % nach Bezugsfertigkeit und Zug um Zug gegen Besitzübergabe,
    l) 2,1 % für die Fassadenarbeiten,
    m)3,5 % nach vollständiger Fertigstellung,
     
  7. Abnahme:
    Gemeinsame Begehung des Kaufobjektes, wobei  festgestellte Mängel bzw. noch offene Arbeiten in dem Abnahmeprotokoll  festgehalten werden auch wenn diese streitig sein sollten. Es ist ratsam die Form der Abnahme im Vertrag festzulegen. Mit Abnahme laufen die Gewährleistungsfristen.
     
  8. Gewährleistung:
    Die  Gewährleistung ist gesetzlich geregelt und kann zum Schutz des Käufers  nur in sehr geringem Umfang eingeschränkt werden. Der Käufer kann Die  Gewährleistungsfristen betragen für Arbeiten am Gebäude fünf Jahre, bei  beweglichen Sachen zwei Jahre.

Finanzielle Aspekte  sollten niemanden von einem gründlichen Vertrags-Check  abhalten. Das Honorar für den Anwalt ist regelmäßig eine lohnende Investition.


RA EP
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  Bauträgervertrag: Üble Fallen - weiter lesen auf FOCUS Online:  http://www.focus.de/finanzen/steuern/bautraegervertrag-ueble-fallen_aid_250709.html