Privatinsolvenz - was tun? Königsweg aus der Pleite?

Über die Privatinsolvenz kann man viel Unsinn lesen bzw. im Fernsehen hören. Es ist geradezu unglaublich, was in den verschiedenen Medien teilweise an Unwahrheiten über angebliche Voraussetzungen, Pflichten und Verbote im Zusammenhang mit der Privatinsolvenz verbreitet wird. Wissen sollte jeder Betroffene, daß die Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung ausnahmslos jedem offensteht, der Zahlungsrückstände hat, es sei denn,
  • ihm wurde in den letzten 10 Jahren vor dem Antrag schon einmal die Restschuldbefreiung erteilt oder abgelehnt, § 290 I Nr. 3 InsO,
  • er hat sich mit falschen Angaben einen Kredit erschlichen, § 290 I Nr. 2 InsO
  • oder er hat binnen des letzten Jahres vor Insolvenzantragstellung Vermögen verjubelt oder auf Gedeih und Verderb zusätzliche Schulden gemacht hat.
Alle drei Ausnahmen spielen in unserer Beratungspraxis aber keine Rolle, so daß man festhalten kann, daß grundsätzlicher jeder Insolvenz und Restschuldbefreiung beantragen kann. Ausgenommen von der Restschuldbefreiung sind lediglich Geldsstrafen,  Bußgelder und Schadensersatzansprüche wegen vorsätzlicher Schädigungshandlungen.
Ob die Privatinsolvenz sinnvoll ist, hängt dann allein von der Höhe der Schulden, dem vorhandenen Vermögen, dem Einkommen und der Höhe der Unterhaltsverpflichtungen ab.
Folglich kann zum Beispiel auch ein Sträfling während seiner Haft die Restschuldbefreiung erreichen, oder ein Steuerschuldner oder ein Bafög-Schuldner. Es gelten hier nämlich die allgemeinen Regeln. Damit dürfte schon so manche grundlegende Frage geklärt sein. Alles weitere muß der individuellen Beratung vorbehalten bleiben.