Durchsuchungen

Zu den unangenehmsten Erlebnissen, die man im  Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren haben kann, zählen  Hausdurchsuchungen. Selten findet die Polizei das, wofür sie kam, aber  sehr häufig findet sie irgendetwas. Deshalb sind Durchsuchungen bei den Verfolgungsbehörden auch sehr beliebt.

 

Zunächst dürften Durchsuchungen grundsätzlich nur durch einen  Richter angeordnet werden - was kein wirklicher Trost ist, denn es  reicht ein "Anfangsverdacht" und eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass  sich das gesuchte Beweismittel in der entsprechenden Wohnung befindet.  Die "Verhältnismäßigkeitsprüfung", die es auch "gäbe", ist keine  wirkliche Hürde. Auch mit richterlicher Anordnung wird wegen  Kleinigkeiten oder den fragwürdigsten "Theorien" durchsucht. 

 Soweit "Gefahr in Verzug" ist, kann die Polizei auch ohne richterlichen  Beschluss durchsuchen. Dabei ist die Polizei mitunter sehr großzügig in  der Auslegung dessen, was "Gefahr in Verzug" bedeutet, bzw. wie man  diese "herstellt". 

 Es gibt aber auch Durchsuchungen bei "Unverdächtigen". In diesen Fällen  wird gegen jemanden ermittelt, der nicht in der Wohnung lebt, in welcher  Beweismittel vermutet werden. Das bedeutet: jeder - ob er etwas mit  einer Straftat zu tun hat oder nicht - kann "Opfer" einer Durchsuchung  sein. 

 "Zufallsfunde" gibt es bei Durchsuchungen sehr häufig. Die meisten  Menschen fühlen sich in ihren "vier Wänden" sehr sicher - zu sicher. Und  so werden Dinge aufbewahrt, die man besser nicht in Besitz hätte. Das  macht Hausdurchsuchungen so "erfolgversprechend". 

 Bei jeder Durchsuchung sollten Sie sich von den durchsuchenden Beamten  genau darüber informieren lassen, was gesucht wird. Lassen Sie nur nach  den Dingen suchen, wegen derer die Polizei kommt und an den Orten wo  diese sein können - z.B. passt der gesuchte Straftäter nicht in die  Schublade oder den Kühlschrank. 

 Schriftliche Unterlagen dürfen Polizeibeamte nur oberflächig sichten.  Unterlagen lesen dürfen nur Staatsanwälte und Steuerfahnder. Geben Sie  nicht die Zustimmung, dass Polizeibeamte Unterlagen lesen dürfen; Sie  haben in der Regel nichts davon, es wird trotzdem alles mitgenommen. 

 Bei der Durchsuchung können Sie einen Rechtsanwalt (besser:  Strafverteidiger) anrufen. Bei größeren Durchsuchungen ist sinnvoll,  dass dieser vor Ort erscheint.