Unfallversicherung: Fristen beachten - Invaliditätsansprüche sichern!

Ein Unfall im Sinne der Versicherungsbedingungen liegt vor, wenn der  Versicherungsnehmer durch ein plötzlich von außen auf seinen Körper  wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Genauso  plötzlich kann durch ein solches Ereignis das gewohnte Leben aus den  Fugen und die wirtschaftliche Grundlage ins Wanken geraten.

Selbst  wenn man für solche Fälle vermeintlich durch den Abschluss einer  Unfallversicherung vorgesorgt hat, kann man am Ende leer ausgehen - und  dies nur deshalb, weil Sie Formalien und insbesondere Meldefristen nicht  beachten werden.

Damit Ihnen dies nicht geschieht und Sie ein  Gespür für die in den Fristen lauernde Gefahr entwickeln, gebe ich Ihnen  eine kurze Übersicht über die im Fall eines Falles zu beachtenden  Fristen an die Hand:

Unverzüglich nach einem  Unfall ist - wenn voraussichtlich die Leistungspflicht des Versicherers  entsteht, weil Invalidität droht - ein Arzt hinzuzuziehen und der  Versicherer zu unterrichten. Hierzu zählt auch die Pflicht zur  regelmäßigen Fortsetzung der Heilibehandlung bis zu ihrem Abschluss.  Voraussichtlich ist die Leistungspflicht, wenn Sie zu dem Schluss  kommen, dass mehr als eine Bagatellverletzung vorliegt.

Innerhalb von 48 Stunden nach dem Tod ist dem Versicherer der Eintritt des Todes zu melden.

Ansprüche auf Übegangsleistung sind spätestens sieben Monate nach Eintritt des Unfalls geltend zu machen.

Innerhalb eines Jahres nach dem Unfall muss die bedingungsgemäße Invalidität eingetreten sein und spätestens vor Ablauf von 15 Monaten nach dem Unfallereignis ärztlich festgestellt und  beim Versicherer geltend gemacht werden. Insoweit gewährt der  Bundesgerichtshof aber ein kleines "Schlupfloch": Das Versäumen der  15-Monatsfrist kann bei Vorliegen besonderer Umstände entschuldigt  werden.

Sie aber auch der Versicherer können den Grad der Invalidität jährlich bis längstens drei Jahre nach dem Unfall erneut ärztlich bemessen lassen.

Die Verjährung Ihrer Ansprüche richtet sich nach allgemeinem Recht. Verjährung tritt am Ende des dritten Jahres nach dem Unfallereignis ein. Sollte der Versicherer seine Leistungspflicht bisdahin nicht anerkannt haben, muss Klage erhoben werden.

Der Versicherer muss Sie zwingend auf die zu beachtenden Fristen sowie auf sonstige Anspruchsvoraussetzungen hinweisen  (§ 186 VVG). Unterbleibt dieser Hinweis, kann der Versicherer Ihnen die  Leistungen nicht wegen eines bloßen Fristversäumnisses verwehren.

Diese  Übersicht kann keine abschließende Übersicht sein. Dies ist bei der  Vielzahl der am Markt vertriebenen Versicherungsprodukte nicht zu  leisten. Sie soll Ihnen lediglich ein Gefühl davon vermitteln, wie  wichtig Formalien auch bei einem einschneidenden persönlichen Ereignis  wie einem Unfall sind.

Diese Übersicht ersetzt keinesfalls eine  Prüfung im konkreten Fall. Sichern Sie sich in einer solchen Situation  unabhängige fachliche Beratung und Unterstützung!

Bitte beachten  Sie: Dieser kurze Beitrag dient nur dazu, Ihnen einen kurzen Einblick zu  verschaffen. Er ersetzt keinesfalls die individuelle Beratung im  Einzelfall und in Kenntnis aller relevanter Unterlagen. Trotz aller  beachteter Sorgfalt bleibt jegliche Haftung deshalb ausgeschlossen.

© Rechtsanwalt Jochen Harms, Karlstr. 23, 26123 Oldenburg, Tel.: 0441 / 50 500 870, email: anwalt@kanzlei-harms.eu