Ärger mit dem Telefon- und Internetanschluss? - 5 Grundregeln

Viele Verbraucher haben Ärger mit ihrem Internet- und DSL-Anschluss.  Störgeräusche in der Leitung beim Telefonieren, schlechte  Verbindungsqualität, ständige Verbindungsabbrüche oder eine zu niedrige  Bandbreite sind nur einige lästige Fehlerbilder, welche zur  Unzufriedenheit über den TK-Anbieter führen. Wenn dieser - trotz  endloser Anrufe bei der Hotline und Stunden in der Warteschleife  verbrachter Zeit - keine Abhilfe schafft, entscheiden sich viele  Verbraucher dafür, den Anschluss zu kündigen. Nicht selten gelangt die  Auseinandersetzung um die Berechtigung der Kündigung vor Gericht.  Oftmals geht das Verfahren - obwohl Störungen tatsächlich vorgelegen  haben - bereits aus formalen Gründen zu Lasten des Verbrauchers aus,  wenn dieser bei der Kündigung die notwendigen Schritte nicht eingehalten  hat. Hier finden Sie 5 Grundregeln, die Sie bei der Kündigung Ihres  Telefon- und Internetanschlusses beachten sollten:

 

 

  • Setzen Sie Fristen: Bevor Sie einen Vertrag  aufgrund Störungen, welche im Verantwortungsbereich des TK-Anbieters  liegen, kündigen können, müssen Sie dem TK-Anbieter die Möglichkeit zur  Beseitigung der Störung innerhalb einer angemessenen Frist geben.  Fordern Sie daher den TK-Anbieter schriftlich zur Störungsbeseitigung  auf und setzen Sie diesem eine Frist. Gerichte halten bei  DSL-Anschlüssen von Verbrauchern eine Frist von mindestens 2 Wochen für  angemessen.
  • Reagieren Sie zeitnah auf Störungen: Wer Störungen  seines Anschlusses erkennt, jedoch monatelang nichts unternimmt, um  diese zu beseitigen, der kann sein Kündigungsrecht verwirken. Nach § 314  Abs. 3 BGB muss die Kündigung innerhalb angemessener Frist nach  Kenntnis vom Kündigungsgrund erklärt werden. Je nach Art und Schwere der  Störung dürfte eine Kündigung nach 2-3 Monaten noch fristgerecht sein,  eine Kündigung z.B. nach 6 Monaten könnte bereits kritisch sein.  Innerhalb welcher Frist die Kündigung ausgesprochen werden muss ist  jedoch immer eine Frage des Einzelfalls.
  • Halten Sie die Schriftform ein: Beachten Sie  Schriftformerfordernisse. Nach den Vertragsbedingungen der TK-Anbieter  müssen Kündigungen regelmäßig schriftlich erfolgen. Beachten Sie  außerdem besondere vom TK-Anbieter Kündigungsschritte. Bei manchen  TK-Anbietern muss die Kündigung zunächst online vorgemerkt werden, dann  wird ein Kündigungsfax erstellt, welches dem TK-Anbieter zugesandt  werden muss. Die "nur" online eingestellte Kündigung ist keine wirksame  Kündigung. Seien Sie auch bei telefonischen Zusagen von Mitarbeitern  über die Hotline vorsichtig. Diese lassen sich im Prozess meistens nicht  nachweisen.
  • Freigabe DSL-Port: Fordern Sie den TK-Anbieter zur  unverzüglichen Freigabe des DSL-Ports auf. Solange der DSL-Port durch  den alten Anbieter belegt wird, ist es in der Regel nicht möglich, einen  neuen Anschluss zu schalten. Es kann erforderlich sein, die Freigabe  des DSL-Ports einzuklagen. Bei Streit über die Wirksamkeit einer  Vertragskündigung kann die Freigabe regelmäßig nicht im einstweiligen  Verfügungsverfahren, sondern nur im Hauptsacheverfahren geltend gemacht  werden. Lassen Sie sich insofern rechtlich beraten.
  • Dokumentieren Sie Ihre Mehrkosten: Durch den  Ausfall des DSL-Anschlusses entstehen Ihnen in der Regel Mehrkosten,  etwa durch höhere Handy-Gebühren oder durch die Inanspruchnahme  alternativer Internetzugänge, etwa über einen UMTS-Stick. Dokumentieren  Sie die Ihnen dadurch entstehenden Mehrkosten, etwa durch Sammeln der  Belege, Rechnungen etc. Achten Sie bei Telefon- und Handyrechnungen  darauf, dass Sie die Einzelverbindungsnachweise erhalten, da ansonsten  die Berechtigung der Telefonkosten nur schwer nachzuweisen ist. Suchen  Sie sich günstige Anbieter aus, da in der Regel nur die notwendigen  Kosten ersatzfähig sind.
Die Kanzlei für Medien Wirtschaft Wettbewerb vertritt Sie bundesweit -unabhängig von Ihrem Wohnort- in sämtlichen Auseinandersetzungen mit Ihrem TK-Anbieter

Rechtsanwalt Dr. Psczolla
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